Rotwild

Im mitteleuropäischen Raum ist der Rothirsch eines der größten freilebenden Wildtiere. Er kommt hier fast nur noch in Waldbiotopen vor.

Er war ursprünglich Bewohner offener und halboffener Landschaften, im Jahresverlauf kamen ausgedehnte Wanderungen zwischen Sommer- und Wintereinständen vor.

 

Diese waren sowohl für den Erwerb der Nahrung als auch für den Gen-Austausch wichtig.

 

Für die Zurückdrängung in große Waldgebiete ist der Mensch verantwortlich.

Beim Rotwild sind alle Sinne sehr gut entwickelt. Das Lebendgewicht der Hirschkühe liegt bei 90 – 105 kg, das Hirsche beträgt durchschnittlich 100-115 kg, ist dabei aber vom Lebensraum abhängig.
 
Hier gilt: je ungestörter ein Tier leben kann, desto kapitaler entwickelt sich ein Hirsch.  150 – 170 kg-Hirsche sind beispielsweise bei gleichem Alter in Teilen der neuen Bundesländer oder der Schweiz keine Seltenheit.
 
Das Geweih wird von den männlichen Tieren je nach Lebensalter jährlich etwa im Februar bis April abgeworfen, eine Neubildung setzt kurzzeitig danach wieder ein und ist nach 4 Monaten abgeschlossen.
 
Die Paarungszeit beginnt in Mitteleuropa Anfang September und dauert fünf bis sechs Wochen. Die sogenannte „Setzzeit“ ist in Europa von Mitte Mai bis Anfang Juni. In der Regel kommt nur ein Kalb zur Welt, Zwillinge sind sehr selten und überleben oft nicht.
 
Rothirsche sind sehr wachsam, in der Regel bewegen sie sich gegen den Wind, wenn sie auf ihre Äsungsflächen ziehen. Beim sogenannten „Sichern“ spielen drei Sinne zusammen, der Rothirsch überprüft mit Nase, Augen und Ohren, ob für ihn Gefahren lauern.
 
Das Verbreitungsgebiet des Rothirsches umfasst Europa, Westasien, Zentralasien und Nordafrika. Mit Äsen verbringen die Rothirsche insgesamt etwa sieben bis zehn Stunden am Tag.
 
Natürliche Feinde hat der Rothirsch in Europa außer dem Menschen keine, da es hier keine Wölfe mehr gibt. Junge Tiere können auch Luchs, Wildkatzen, Uhu oder Steinadlern zur Beute fallen, dies kommt jedoch selten vor.
 
Die Ricke verteidigt ihr Junges vehement, es kann sogar vorkommen, dass sie das auch gegen den Menschen tut.