Schwarzwild - Wildschweine

Das Wildschwein gehört zur Ordnung der Paarhufer und ist die Stammform unseres Hausschweins.

 

Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet der Art reicht von Westeuropa bis Asien, heute ist es fast weltweit verbreitet.

 

In Hochgebirgslagen fehlen sie, weil hoher Schnee ihre Fortbewegung und

Nahrungsaufnahme behindert.

Wildschweine sind in Europa seit Urzeiten Jagdwild. In den letzten Jahrhunderten hat sich die Verbreitung des Wildschweins vor allem aufgrund menschlicher Eingriffe verändert.

 

Mit der Ausdehnung und Intensivierung der Landwirtschaft nahm auch die Bejagung des Wildschweins zu, so dass beispielsweise die Art in England bereits zu Beginn des 17. Jahrhunderts ausgerottet war. In Dänemark erlegte man die letzten Wildschweine Anfang des 19. Jahrhunderts, zu dem Zeitpunkt waren auch in Deutschland weite Teile wildschweinfrei.

 
Wildschweine sind Allesfresser und sehr anpassungsfähig, in Mitteleuropa nehmen sie vor allem durch den verstärkten Anbau von Mais derzeit stark zu und wandern verstärkt in besiedelte Bereiche ein. Wildschweine sind in der Lage, sich unterschiedlichsten Lebensräumen anzupassen, dies zeigt sich besonders deutlich in Berlin.
 
Wildschweine haben sich dort die stadtnahen Wälder als Lebensraum erobert und dringen heute auch in die Vorstädte ein. Gelegentlich führt sie ihr Weg bis in die Innenstadt, so mussten im Mai 2003 zwei Wildschweine erschossen werden, die auf dem Alexanderplatz auftauchten.
 
Sie durchstöbern auch Mülltonnen nach Essensresten und richten massive Wühlschäden in Privatgärten an. Sie graben dabei ganze Wiesen und Rabatten auf der Suche nach Blumenzwiebeln um.
 
Im natürlichen Lebensraum durchwühlen die Tiere bei der Nahrungssuche den Boden nach essbaren Wurzeln, Würmern, Engerlingen, Mäusen, Schnecken und Pilzen.
 
Sie fressen auch Blätter, Triebe und Früchte zahlreicher Holzgewächse, Kräuter und Gräser. Als Allesfresser verschmähen sie weder Aas, Jungkaninchen, Eier, Jungvögel bodenbrütender Vögel noch Abfall.
 
Wildschweine können großen Schaden auf landwirtschaftlichen Nutzflächen verursachen. Sie fressen alle Feldfrüchte, die in Mitteleuropa in der Landwirtschaft angebaut werden. Bei Kartoffeln unterscheiden sie dabei sogar zwischen einzelnen Sorten und fressen liebend gerne Frühkartoffeln.
 
Große landwirtschaftliche Schäden treten vor allem dann auf, wenn Eichen und Buchen nicht ausreichend Frucht angesetzt haben und die Schweine daher bevorzugt auf den landwirtschaftlichen Feldfluren auf Nahrungssuche gehen.
 
Dies ist der Hauptgrund, warum Wildschweine auch früher bereits so stark bejagt wurden. Es wird vermutet, dass die schon in der Bronzezeit nachweisbaren Einzäunungen von Feldern dazu dienten, Wildschweine aus den Feldern fernzuhalten.
 
Das Fell des Wildschweins ist im Winter dunkelgrau bis braun-schwarz mit langen borstigen Deckhaaren und kurzen feinen Wollhaaren. Im Frühjahr verliert das Wildschwein das lange, dichte Winterhaar und hat ein kurzes, wollhaarfreies Sommerfell mit hell gefärbten Haarspitzen.
 
Das maximale Lebendgewicht von ausgewachsenen Bachen in Mitteleuropa liegt bei rund 150 kg und von ausgewachsenen Keilern bei rund 200 kg. Aus Russland sind Keiler mit über 300 kg Körpergewicht bekannt, aus den Karpaten wird von Wildschweinen mit 110 cm Schulterhöhe und 350 kg berichtet.
 
Die Paarungszeit ist immer von den jeweiligen klimatischen Bedingungen abhängig; in Mitteleuropa beginnt sie meistens im November und endet im Januar oder Februar, zu Verpaarungen kann es aber auch außerhalb dieser Zeit kommen.
 
Der Beginn der Paarungszeit wird von den Bachen bestimmt. Die Jungtiere kommen in Mitteleuropa meist in der Zeit von März bis Mai zur Welt.
 
Wildschweine leben in Mutterfamilien, in denen ein Leitweibchen die Gruppe anführt. Es gibt auch Gruppen vorjähriger Tiere, die sich zusammenschließen. Einzelgängerisch leben insbesondere männliche, ältere Tiere. Die Gruppen in Europa sind meist nicht größer als 20 Tiere. Ab dem zweiten Lebensjahr ziehen Männchen meist als Einzelgänger durchs Revier.